Modern Bakery

Jeder von uns hat es – dieses eine Gericht, das in uns nostalgische Gefühle weckt und uns sofort in unsere Kindheit zurückversetzt. Für Marie Bockstaller und ganz viele andere Franzosen ist das die Madeleine. Ein französischer Genuss, den die Konditorin jetzt in Deutschland groß rausbringen will. Freubündel fragt… Modern Bakery

Hallo Marie! In Deutschland ist die Madeleine gar nicht so bekannt, aber in Frankreich ist sie ein richtiges Kult-Gebäck, stimmt’s?
Und wie! In Frankreich kennt sie jeder, und das schon seit Jahrhunderten. Über die Herkunft der Madeleine wird aber gestritten. Eine Geschichte besagt, dass sie für Pilger, die nach Santiago de Compostela liefen, in den Schalen von Jakobsmuscheln gebacken wurde. Daher hat ihre Rückseite noch heute die Form einer Muschel. Außerdem fragt man in Frankreich oft, was jemandes „Madeleine de Proust“ ist. Damit ist gemeint: Welches Gericht erinnert dich sofort an deine Kindheit, wenn du es heute wieder isst? Was hat deine Großmutter gekocht oder gebacken wonach du dich heute noch sehnst? Der Animationsfilm „Ratatouille“ hat dieses Gefühl super auf die Leinwand gebracht. Bestimmt erinnert ihr euch an die Szene am Ende, wo der Kritiker einen kleinen Bissen des Ratatouille kostet und dann direkt in süßesten Kindheitserinnerungen schwelgt. Das war eine Anspielung auf die Madeleine de Proust!

Freubündel fragt Modern BakeryIst sie für dich auch „die“ Süßigkeit deiner Kindheit? Hast du dich deshalb dafür entschieden die Modern Bakery zu gründen?
Auf jeden Fall! Aber es steckt noch mehr dahinter. Seitdem ich klein bin, backe ich gerne. Aber ich habe mir tatsächlich alles selbst beigebracht, weil wir in meiner Familie eigentlich nicht die großen Bäcker sind. Ich bin auch ein wenig perfektionistisch und bei der Madeleine ist es so: Hat sie keinen Hügel, dann ist es keine Madeleine. Natürlich klappt das nicht direkt beim ersten Mal. Auch nicht beim zweiten, viellicht nicht mal beim zehnten. Das hat mich angespornt und das Verlangen in mir geweckt, die perfekte Madeleine zu backen.

Freubündel fragt Modern BakeryUrsprünglich bist du Neurowissenschaftlerin gewesen, oder?
Ich habe zuerst Psychologie studiert und dann einen Master in Neuroscience gemacht. Dann kam mein PhD und da merkte ich, dass ich im Labor und in der Forschungswelt nicht richtig glücklich war. Mir fehlten dort die Menschen und die Leidenschaft. Ich wollte morgens aufwachen und Lust auf den Tag haben. Deshalb wurde ich Store Manager in einem innovativen Geschäft, das Produkte rund ums Kochen und Backen anbietet. Und da war es: Kunden, die man glücklich machen möchte. Mitarbeiter, die man weiterentwickeln will. Auch geistige Herausforderung war geboten: Die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten, Marketingstrategien entwickeln, immer ein Ziel vor Augen haben… Das einzige Problem: Das Geschäft war nicht mein eigenes. Da entschied ich mich trotz Vollzeitstelle und Schwangerschaft, die Prüfung zur Konditorin in Frankreich abzulegen. Während der Elternzeit habe ich dann gegründet.

Neben der „klassischen“ Madeleine hast du auch einige ungewöhnliche Kreationen in deinem Sortiment. „La Minga“ zum Beispiel mit Apfelstreuseln und einem Schlückchen Bier darin oder „La Mokka“ mit Kaffee und Kardamom. Hast du dir die alle selbst ausgedacht?
Ja, das mache ich am liebsten. Die Forscherin in mir muss sich ausleben. Mir ist es auch sehr wichtig, saisonal zu arbeiten und meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Und ich möchte mehr als nur ein Gebäck verkaufen: ich möchte die französische Genusskultur nach Bayern bringen. Nicht, dass die Bayern keine hätten, aber die französische ist schon speziell, weil die Gerichte oft auch eine Geschichte erzählen.

Freubündel fragt Modern Bakery

Welche Sorte magst du persönlich am liebsten?
Schwere Frage. Ich mag tatsächlich auch immer wieder was Neues. Aber zurzeit sind Lavendel, die Provence Madeleine, und Schokobrownie mit Salzbrezen, die Chicago Madeleine, ganz vorne bei mir. Letztere ist tatsächlich auch keine richtige Madeleine sondern mehr ein Brownie in Madeleine Form. Sowas finde ich auch spannend.

Du lebst mit deiner Familie – deinem Mann und deiner einjährigen Tochter – in Stockdorf bei München. Was vermisst du am meisten an Frankreich?
Die Bäckereien mit richtigen, frischen, handgemachten Backwaren. Ich muss leider feststellen, dass die meisten Bäckereien hier tiefgekühlte Croissants anbieten und das hat mit handgemachten Backwaren einfach nichts zu tun. Außerdem natürlich Freunde und Familie und Straßburg, die Stadt in der ich studiert habe. Einfach wunderschön!

Freubündel fragt Modern BakeryDu hast, zumindest bisher, keinen Laden, wo du deine Madeleines verkaufst. Deine Idee ist, sie als neues Gastgeschenk zum Beispiel bei Hochzeiten anzubieten, richtig?
Ja, mein Konzept ist, die Madeleine als Gastgeschenk für Hochzeiten, Babypartys und Firmenfeiern anzubieten. Es gibt auch Geschenkboxen, die sich super als Geburts-, Geburtstags- oder Werbegeschenk eignen. Außerdem Madeleine-Pyramiden für Feiern aller Art.

Geht das nur, wenn man in München wohnt oder kann man deine Madeleines deutschlandweit genießen?
Die Pyramide liefere ich selbst und daher nur im großzügigen Umkreis von München, aber die Geschenkboxen und Gastgeschenke sind bundesweit erhältlich. Ich habe eine Verpackung für die Madeleine ausgearbeitet, die es ermöglicht, sie mehr als eine Woche haltbar zu machen. Dadurch eignen sich perfekt für den Versand.

 

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