Katja Rub

Die Kunst von Grafikdesignerin Katja Rub aus Leipzig sticht ins Auge und ist wunderschön anzuschauen. Doch bis es soweit ist, braucht es viel schweißtreibende Handarbeit. Die macht aber richtig Spaß – auch mit Kindern! Freubündel fragt… Katja Rub

Hallo Katja! Ich habe neulich ein Foto von einem Postkarten-Ständer gesehen und deine Karten sind mir richtiggehend ins Auge gesprungen. Das liegt am starken Kontrast der Bilder glaube ich, aber auch an der ungewöhnlichen Optik. Wie machst du das?
Die Illustrationen für meine Postkarten entstehen mit Schabekarton. Das ist ein spezieller weißer Karton, auf dem eine schwarze Schicht ist, die man dann wegkratzt. Die Illustrationen scanne ich und färbe am Computer einige Flächen digital ein. Die Farbpalette ist dabei sehr klar gehalten, wodurch der starke Kontrast bleibt.

Wie lange dauert es, bis Motive wie die auf den Weihnachtskarten fertig sind?
Pauschal lässt sich das wie so oft schwer sagen. Das kann zwei Stunden dauern, aber genauso gut auch fünf oder sechs.

Du hast eine alte Wäschemangel zur Druckerpresse umfunktioniert. Wann kommt die zum Einsatz?
Neben den Schabekarton-Illustrationen mache ich auch viele Linoldrucke. Diese drucke ich im Handabzug mit einem Löffel, das heißt: Das Papier wird dabei auf das Linoleum gelegt und mit der Löffelunterseite in kreisenden Bewegungen darüber gerieben. Bei großformatigeren Motiven ist es aber viel einfacher und auch weniger anstrengend, die Wäschemangel zu nehmen. Sie funktioniert ja nach dem gleichen Prinzip wie eine richtige Druckerpresse. Und mit Druckfilz und der richtigen Justierung kann ich sie sehr gut benutzen.

Bei den Postkarten handelt es sich um Nachdrucke, aber in deinem Etsy-Shop kann man auch Original-Drucke kaufen. Was ist der Unterschied?
Wenn von den Postkartenmotiven einmal die Druckdatei erstellt ist, könnte ich sie in beliebiger Auflage drucken lassen – jede Postkarte sieht gleich aus. Bei den Linoldrucken drucke ich immer eine bestimmte Auflage, mehr gibt es dann nicht. Jeder Druck ist entsprechend nummeriert und signiert. Die Auflagenhöhe lege ich vorher fest und drucke meist zwischen 50 und 100 Stück von einem Motiv. Der Reiz beim Original ist, dass es trotz der gleichen Druckvorlage immer kleine Unterschiede beim fertigen Druck gibt und somit jeder ein Unikat und einzigartig ist. Das kommt durch verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel den Druck der Presse oder die Farbmenge.

 



Neulich hast du in der Stadtbibliothek einen Druck-Workshop für Kinder gegeben. Ab welchem Alter kann man sowas mit Kindern machen?
Ich habe in den Sommerferien auch einen Workshop mit einer lieben Kollegin in einer Grundschule gemacht. Das ging sehr gut. Natürlich sollte man immer Pflaster parat haben, da die Messer, wie andere Messer auch, sehr scharf sind. Aber wenn man die richtige Haltung erklärt – „immer vom Körper weg“, „nicht in Richtung der anderen Hand“ usw. – geht das sehr gut. Und selbst ich verletze mich hin und wieder. Also: Ab Grundschulalter ist es problemlos möglich.

Geht das, in reduzierter Form, auch zu Hause?
Ja natürlich. Für den Linoldruck selbst braucht man ja nicht so viele Materialien: Linoleum oder Softcut-Platten – sie sind für Kinder gut geeignet, da sie sich leichter bearbeiten lassen. Dann die Messer, die gibt es als Set mit den gängigen Messerspitzen, Linoldruckfarbe, eine Walze zum Auftragen der Farbe und einfaches Papier. Zum Drucken selbst kann man einen Löffel nehmen. Mehr braucht man nicht. Für kleinere Kinder ab 4 Jahren kann man auch Moosgummi verwenden. Dann brauchen sie nicht zu schnitzen, sondern schneiden sich mit der Schere Formen aus und kleben sie auf Pappe. Kleine Details können sie auch mit einen Bleistift und etwas Kraft in das Moosgummi eindrücken. Das Ganze kann dann wie beim Linoleum mit Farbe eingewalzt und mithilfe des Löffels gedruckt werden.

Wie alt sind deine eigenen Kinder? Haben die auch schon Freude am Drucken?
Meine Tochter ist neun Jahre, mein Sohn fünf Jahre alt. Sie haben beide schon gedruckt und eigene Matrizen erstellt. Das geschieht zwar selten, aber immer mal wieder.

Verschickt ihr Weihnachtspost?
Ich versuche es zumindest. Vor ein paar Jahren habe ich in der Vorweihnachtszeit einmal handgedruckte Weihnachtskarten an Freunde verschickt und habe – welch positiver Nebeneffekt! – dann auch viel mehr Weihnachtspost zurückbekommen, darunter sogar ein Päckchen selbstgebackene Pfefferkuchen.

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