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Freubündel fragt… Frau Gold

Die handgefärbten Kerzen von Frau Gold sind gerade das Ding bei Instagram. Zweifelsohne machen sie jeden Tisch schöner! Doch ein Stück weit liegt es bestimmt auch an Silvia Philipp, der charismatischen Macherin hinter Frau Gold, dass ihre Kerzen gerade dermaßen angesagt sind.

Liebe Silvia, deine handgefärbten Kerzen sind so schön. Du hattest mich sofort am Haken! Wobei „handgefärbt“ vielleicht gar nicht der richtige Ausdruck ist, denn eigentlich werden die Kerzen in flüssiges Wachs getunkt und dadurch entstehen die Farbeffekte, oder?

Genau. Wer schonmal Kerzen gezogen oder dabei zugesehen hat kennt den Vorgang. Bloß, dass ich nicht die ganze Kerze ziehe, sondern genau genommen eine letzte Schicht auftrage im Tauchbadverfahren. Und somit eine weiße Kerze auf diese Art einfärbe. Ich bade sie ganz oder in Segmenten in heißem Wachs, das ich mit Farbpigmenten eingefärbt habe. Meine Farbflotte verwende ich immer wieder. Ich habe mittlerweile ziemlich viele verschiedene Töne. Um eine schöne Tauchtiefe erreichen zu können braucht es einiges an Material. Und natürlich muss ich ständig wieder Wachs angießen, weil ja nicht nur die Farbe sondern auch das Wachs auf der Kerze verbleibt.

Wie ich von deinem Blog weiß, liebst du es mit den Händen zu arbeiten. Du strickst, nähst, bäckst viel. Das Färben der Kerzen ist aber eine recht neue Leidenschaft, richtig?

Ach ja mein Blog. Im Moment online ist ja nur ein Bruchteil. Mein altes Blog war gehackt. Zum Glück konnte ich einige Daten sichern, fürs Einpflegen fehlt mir aktuell die Zeit. 

Ganz so neu ist das mit den Kerzen gar nicht. Vor vier Jahren habe ich im Herbst damit begonnen und fand es so so toll und wunderschön und so haargenau meins, dass ich beim Teilen auf Social Media dachte: OK! Wetten everyone is on fire? Das ist schon ganz gut angekommen und wurde von einigen auch aufgegriffen, aber es ist laaaange kein Vergleich zu der Welle die es kürzlich ausgelöst hat. Es war nun wieder im Herbst letzten Jahres und ich habe, wie immer, Teile meiner privaten Weihnachtsmanufaktur gezeigt. Und da ist das mit dem „on fire“  dann doch noch passiert. Auf meinem alten Blog gab es übrigens auch schon ein erstes Tutorial dazu. 

In dieser kurzen Zeit ist ein regelrechter Hype um deine Kerzen entstanden. Was sagst du dazu?

Ich kapier das nicht so ganz. Ich frage mich immerzu, was davon wirklich mein Anteil, also meine Arbeit, mein unbedingter Wille zur Gestaltung ist, und was „gemacht“ ist. Ich bekomme ein Gefühl dafür, wie es ist wenn Trends entstehen können. Für mich ist es ganz fantastisch. Wie Du sagst, ich liebe es mit den Händen zu arbeiten. Ich bin regelrecht getrieben davon. Und ich bin überzeugt davon, dass die Geste, mit der ich es mache sich auf mein Werkstück überträgt. Mein direktes Umfeld versorge ich immer schon mit mit den Produkten meiner Hände Arbeit. Es jetzt in einem größeren Rahmen tun zu können, fühlt sich ziemlich gut an.

Aktuell färbst du die Kerzen noch zu Hause in deiner Küche. Das soll sich aber ändern, stimmt’s?

Naja, nicht so wirklich. Seit den Kindern kann ich mir keine außerhäusliche Tätigkeit vorstellen. Oder zumindest nichts, was an Präsenzzeiten gebunden ist. Vielleicht ändert sich das irgendwann. Ich bin froh, meine Tätigkeit integrieren zu können und keine Wege zu haben. Auch wenn das dem „selbst“ und „ständig“ der Selbständigkeit wenig Einhalt bietet. Tollerweise arbeitet mein Mann Martin ständig im Homeoffice, nicht nur zu Pandemiezeiten. So ist das Haus wirklich unser Lebensmittelpunkt. Aber wahrscheinlich wolltest du darauf hinaus: Wir bauen gerade. Und in unserem kleinen Holzhaus mit großem Garten wird es eine Tenne/Werkstatt geben. Das hat den Vorteil, dass ich dann mit meinem Schaffen nicht ständig die Familienküche lahmlege und alles wachsverschmiert ist.

Dein Mann hat seine Arbeitszeit reduziert, damit du mehr Zeit für dein neues Business hast, richtig? Helfen deine Kids auch manchmal mit?

Ach ja, das war schön. Das war leider nur vorübergehend möglich, er hat einfach auch zu viel auf dem Tisch. Also findet das Gros meiner Arbeit an den Randzeiten des Tages statt. Mein großer Sohn näht gerne an der Maschine und macht mir manchmal die „Konfettipäckchen“, also die kleinen genähten Etuis aus Papier, in denen ich die Geburtstagskerzen verkaufe. Außerdem ist er ein super Fotograf. Immer wenn ich im Bild bin, hat er fotografiert. Mein mittlerer Sohn ist sowas wie mein Designberater und er kennt jedes Modell mit Namen. Ich habe aber zwei Oberstufenschülerinnen die mir verpacken helfen.

Du hast drei Jungs, oder? Wie alt sind die?

Genau. Elf, neun und anderthalb.

Das Thema Nachhaltigkeit ist dir wichtig. Gerade Kerzen sind dabei aber ein kompliziertes Thema. Für welches Material hast du dich entschieden?

Aktuell sind alle Kerzen noch aus hochgereinigtem Paraffin in Bioladen-Qualität. Gezogen werden sie in regionaler Struktur bei mir um die Ecke. Kommende Woche trifft mein Direktimport aus Indonesien mit fair gehandelten Kerzen aus nachhaltig angebautem Palmöl ein. Dann muss ich entscheiden ob es eine Special Edition geben wird oder ob Du entscheiden kannst in welcher Kerze Du Dein Design erhalten möchtest. Komplett shiften auf die neue Kerze werde ich nicht können, weil die Lieferbarkeit nicht gegeben ist. Außerdem glaube ich auch nicht, dass es beim Thema Kerzen die eine richtige, nachhaltige Entscheidung gibt. Jedes Material hat Für und Wider. Wer mag, liest dazu meine Warenkunde am Blog. Für die Geburtstagskerzen habe ich noch keine Alternative zum Paraffin gefunden, aber ich bin zumindest mit den Strukturen, aus denen die Kerzchen kommen und mit ihrer Qualität absolut fine. So ist das für mich gut tragbar.

Vielen Dank Silvia und weiterhin ganz viel Erfolg mit deiner tollen Idee!

 

Frau Gold findest du auch bei Instagram und natürlich auf ihrer Website www.fraugold.de.

Ihre wunderschönen Geburtstagskerzen bekommst du hier im Freubündel-Shop.